Eckparadesaal

Ecktafelgemach
Die zwei erhaltenen Nischen im Eckparadesaal des Dresdner Schlosses entstanden 1767 und wurden
bei der Kriegszerstörung 1945 stark geschädigt. Nach einer Schadenserfassung, einer Konsolidierung
und der Reinigung näherten wir uns über Musterflächen der Ergänzung und Aufarbeitung an.

„Resolutio“ zum Einbau der beiden großen Öfen im Eckparadesaal, beiderseits des Kamins
(LfDS, Plankammer, M 6. X. Bl. 148, vom 12.7.1767)

„Es sind die 2. Nichen A. et B. nebst denen darinnen stehenden Öfens C. et D. approbirt, nehmlich daß
die Kasten eisern, die Aufsäze weis und Gold; die innere Aushöhlung der Nichen E. röthlich so wie der
darnebenstehende Camin, die äußere Wulst F. aber schwarz mit weißen Adern wie die Thürgewände,
und die unterste Zucke G. röhtlich auch denen untersten Zucken der Thürgewände gleich, marmorirt
werde. Die obersten Verzierungen an der Niche H. werden vergoldet…“

aus Dokumentation: Westflügel – Paraderäume von Dipl. Restaurator Hans-Christoph Walther

Zustand der raumhohen Nischen 2013

Verformte und abgelöste Bereiche in der westlichen Nische

Reinigung, große Flächen waren in Schollen zerrissen und verloren in den Randbereichen die Haftung zum Unterputz.

während der Arbeit

Alle Gesimse wurden positiv angetragen.

Fertig polierte Kalotte

Ausschnitt aus der fertiggestellten Südwand im Eckparadesaal

Kleiner Ballsaal

Der Kleine Ballsaal im Dresdner Schloss wurde durch Hofbaumeister Bernhard Krüger, einem Schüler von Gottfried Semper, im Auftrag von König Johann von Sachsen zwischen 1865-1868 gebaut. Bei den Luftangriffen auf Dresden wurde der Saal stark beschädigt. Die Akten erlauben eine eindeutige Zuweisung der Ausführung der Stuckmarmor- und Stuccolustroarbeiten als Werk des Wiener Hofstukkateurs Antonio Detoma. Im Jahr 1997 beschloss die sächsische Staatsregierung den Kleinen Ballsaal zu rekonstruieren und konnte 2019 seine Fertigstellung feiern.
Zusammen mit dem Stuckateurmeister M. Siller restaurierten und rekonstruierten wir die stuckmarmorverkleideten Wände.


Nische auf der südlichen Wandseite mit geschädigten aber originalen Stuckmarmorfragmenten


Nische nach der Fertigstellung


Einsumpfen des Gipses für ein Tagwerk


Alle Wandflächen wurden genau wie bei A. Detoma, mit einzelnen aneinandergefügten Platten
gefertigt.


Blick auf die Westwand nach der Fertigstellung


im Glanz der Leuchter

Graue Wand


An dieser Stuckmarmorwand, die sich in einem sächsischen Privatschloss befindet, hat unter anderem die Hitze eines davorstehenden Ofens zu diesen Verlusten geführt.


Im roten Sockelbereich sind zwei verschiedene Marmorstrukturen zu erkennen.


Fertig gestellte Wandfläche. Wir haben bewusst die leicht gehellten Randbereiche des originalen Stuckmarmors um den ehemaligen Ofen gehalten.


Restaurierte Sockelpartie.

gelbe Nische


Verschiedene Ofenvarianten haben Verluste an dieser Stuckmarmornische, die sich in einem sächsischen Privatschloss befindet, hervorgerufen.


Das erste Tagwerk.


Stuckmarmor beim abrakeln.


Fertig gestellte Nische mit schwarzem Sockel und gefasstem Stuck.


Eine schöne Partie.

Stuckmarmorkamin


Dieses historische Bild und die Abrisspuren waren die Grundlage für eine Rekonstruktion eines Stuckmarmorkamins mit darüber liegender Wandgestaltung. Das Objekt befindet sich in einem in Privatbesitz befindlichen Schloss.


Aufriss im Maßstab 1:1


Die Zeichnung wurde mit einer Pause übertragen und frei Hand in Kalkmörtel modelliert.


Fertig gestellte Kaminfassade.


Detail


Gesamte Wand nach der Fassung.

Kloster St. Marienthal

Die Kapelle mit ihrer Rokokoausstattung wurde 1756 geweiht. Alle Wandflächen sind mit Stuckmarmor verkleidet. Nur die Kuppelwölbung ziert ein Deckenfreko von Franz Xaver Karl Palko. Er war unter anderem in Dresden als sächsisch-polnischer Hofmaler tätig.


Aufsteigende Feuchtigkeit hat den Stuckmarmor an den farbigen Pilastern und auch an den weißen Wandflächen stark verfärbt.


Nach dem Rückbau ist der Grundputz neu aufgebracht wurden. An den Kältebrücken der Türen wurde eine Wandtemperierung mit eingebaut. Die weiße Wandfläche ist schon neu aufgetragen wurden.


Fertig ergänzter Stuckmarmor.


Angemischte und geschnittene Stuckmarmorscheiben für die Sockel der Eckpilaster.


Mit Grundputz versehener Bereich für den Stuckmarmorantrag.


Ergänzter Stuckmarmor.


Stuckateurmeister M. Siller bei der Mischung.


Zustand nach dem Abschluss unserer Stuckrestaurierung im Juni 2010. Im August des selbigen Jahres hat ein Hochwasser der Neiße erneut schwere Schäden angerichtet. Auch der frisch restaurierte Stuckmarmor war wieder davon betroffen.

Stuckmarmor

Die Verwendung von Stuckmarmor, auch Kunstmarmor genannt, gelangte wohl im Barock zu ihrer Blütezeit. Er galt als Ersatz für natürlichen Marmor aber auch als architektonische Ausdrucksmöglichkeit eines neuen Farbenspiels was die Natur nicht hergibt. An der Verwendung der Hauptbestandteile wie Alabastergips, Knochenleim und Farbpigmenten hat sich über Jahrhunderte nichts geändert.

Stuckmarmor | Werkstatt für Stuck und Stuckrestaurierung
Werkzeug zum anmischen und abrichten

Stuckmarmor | Werkstatt für Stuck und Stuckrestaurierung
Angeteigte und verschieden farbige Bollen mit flüssiger Adermasse

Stuckmarmor | Werkstatt für Stuck und Stuckrestaurierung
Zusammengedrückte und aufgeschnittene Kuchen

Stuckmarmor | Werkstatt für Stuck und Stuckrestaurierung
ca. 1 cm stark angelegt und auf ca. 0,5 cm zurechtgeschnitten

Stuckmarmor | Werkstatt für Stuck und Stuckrestaurierung
Stuckmarmor im Kleinen Ballsaal in Dresden, mit Poliersteinen bis zum Glanz geschliffen

Stuckmarmor | Werkstatt für Stuck und Stuckrestaurierung
Erinnerungskugeln

Hainewalde

Diese Grabkapelle aus dem Jahre 1715 gehört zu den Höhepunkten der barocken Grabmalskunst in der Oberlausitz. Sie wurde im Auftrag von Otto Ludwig von Kanitz für sich und seine Frau vermutlich von italienischen Barockkünstlern erbaut. Im Innenraum des Gebäudes steht ein Epitaph mit altarähnlichem Aufbau aus Stuckmarmor.


Epitaph nach der Restaurierung


Die größten Schäden befanden sich im Sockelbereich. Alle unteren Elemente wurden ursprünglich als Fertigteile montiert.


Die blaugrauen Stuckmarmorspiegel hatte man teilweise ohne Unterputz direkt auf den Ziegel aufgetragen.


Zuerst wurden die tieferen grauen Flächen angetragen bevor der rote Rahmen ergänzt werden konnte.


Nach der Restaurierung

Fassanenschlösschen

Das Fasanenschlösschen in seiner heutigen Gestalt wurde 1769-82 unter Kurfürst Friedrich August III in Moritzburg errichtet. Dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten konnte dieses Kleinod 2007 wieder eröffnet werden. Wir wurden bei diesem Vorhaben mit der Restaurierung von Stuckmarmorflächen und Antragstuckarbeiten beauftragt.


Verluste am Lambrisbereich am Stuckmarmor im Intarsienkabinett


Ein sorgfältig ausgeführter Unterputz in der späteren Form der Oberfläche ist Grundlage für die
ca. 1 cm starke Stuckmarmorschicht.


Die am tiefsten liegende blaue Partie wurde vor der Gelben aufgebracht und verspachtelt.


Detail vom Ansatz des neuen Stuckmarmors an den alten Bereich mit allen drei Partien.


Wandfläche nach dem musealen Einrichten.